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Unfall-Checkliste2018-10-30T10:36:23+00:00

Verhaltensratschläge für Betroffene von Personenschäden

Unfall-Checkliste. Es kann jeden treffen. Jeden Tag. Überall.

Nachfolgend möchten wir Ihnen Tipps zum Verhalten nach einem Unfall mit Personenschaden (Verkehrsunfall, Freizeitunfall, Unfall mit Tier(en) wie Hundebiss oder Sturz durch Hund, Pferdetritt usw.)geben. Die Informationen dienen zu Ihrer Orientierung und bergen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Das Unfallgeschehen sollte zum Zwecke der Beweisbarkeit sorgfältig und nachhaltig dokumentiert werden.

Dies beinhaltet:

  • Das sofortige Hinzuziehen der Polizei, auch wenn Sie der Meinung sind, es handele sich um eine Lappalie.
  • Die Feststellung von Unfallzeugen mit vollständigen Namen und ladungsfähigen Anschriften.
  • Die Einholung möglichst schriftlicher Angaben der Unfallzeugen zu dem Unfallgeschehen.
  • Die fotografische und schriftliche Dokumentation des Unfallortes, des Unfallhergangs sowie der Unfallschäden.
  • Der unverzügliche Besuch entsprechender Ärzte zur Feststellung der unfallbedingten Verletzungen und deren schriftlicher Dokumentation.
  • Das Anfertigen von Fotos Ihrer Verletzungen.
  • Bei länger anhaltenden, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, das Führen eines Patiententagebuchs, in welchem Sie selbst den Verlauf der Verletzungen, insbesondere auch des Schmerzempfindens und weiterer Beeinträchtigungen schriftlich und fotografisch festhalten.
  • Das Einholen medizinischer Berichte, wie zum Beispiel Operationsberichte.
  • Wenn vor dem Unfall keine gesundheitlichen Beschwerden vorhanden waren, lassen Sie sich das von geeigneter Stelle schriftlich bestätigen.
  • Die Feststellung, ob das eingetretene Risiko durch eine abgeschlossene Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung versichert ist.
  • Im Falle der Notwendigkeit, das Hinzuziehen eines spezialisierten Anwaltes (Es ist unbedingt erforderlich, dass umfangreiche Erfahrung in der Bearbeitung von Personenschäden vorhanden ist. Ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Anwalt kann,- muss aber nicht zwingend auch Erfahrung im hochanspruchsvollen Bereich von Personenschäden haben.)
  • Die persönliche Ablage der Originale sämtlicher Unterlagen und Fotos und einzig die Herausgabe von Kopien an nachfrageberechtigte Stellen.

Diese Checkliste können Sie ausdrucken: Unfall-Checkliste

Weitere Empfehlungen des VOD (Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V.):

Unfallopfer-Dokumentation der durch den Unfall eingetretenen Veränderungen und Schädigungen. ERSTerfassung unmittelbar nach dem Unfall: Ersterfassung

Unfallopfer-Dokumentation der durch den Unfall eingetretenen Veränderungen und Schädigungen. Erfassung von Nachträgen: Erfassung von Nachträgen

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UNSER TIPP

Sie sind nicht verpflichtet Schweigepflichtentbindungen zu erteilen. Prüfen Sie genau, welche Unterlagen in Kopie Sie an wen weiterleiten und achten Sie darauf, dass dort ausschließlich die Unfallfolgen dokumentiert sind!

Rechtsanwalt für Unfallopfer?

Wenn Sie einen Rechtsanwalt beauftragen müssen, können folgende Tipps für Sie nützlich sein:
Rechtsanwalt für geschädigte Unfallopfer

Gutachter, Sachverständige – ACHTUNG!

Ist es notwendig, den entstandenen Personenschaden durch einen Gutachter betrachten zu lassen, müssen Sie sichergestellen, dass dieser neutral arbeiten kann. Dies sollte vor der Begutachtung von Personenschäden schriftlich geklärt werden. Neutralität und fachliche Kompetenz müssen zwingend gegeben sein.

Im Oktober 2016 ist das Gesetz zur Änderung des Sachverständigenrechts in Kraft getreten.
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz dazu:

„In jüngerer Zeit wird von Bürgerinnen und Bürgern sowie der öffentlichen Berichterstattung zunehmend die Unabhängigkeit und Neutralität gerichtlich bestellter Sachverständiger in Einzelfällen in Frage gestellt. Zudem wird beanstandet, dass gerichtliche Gutachten teilweise nicht die erforderliche Qualität aufwiesen. Dies sei bisweilen – etwa bei medizinischen Gutachten – auch auf eine fehlerhafte Auswahl der Sachverständigen durch die Gerichte zurückzuführen. Die Regierungskoalition hat sich deshalb im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode die Gewährleistung der Neutralität gerichtlich beigezogener Sachverständiger sowie die Verbesserung der Qualität von Gutachten zum Ziel gesetzt. Durch größere Transparenz im gerichtlichen Auswahlverfahren sollen das Vertrauen in die Unabhängigkeit und Neutralität der Sachverständigen erhöht werden und sichergestellt werden, dass die Gerichte qualifizierte Sachverständige ernennen.“
Quelle: BMJV

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2016 Teil I Nr. 48