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Psychologische Unfallfolgen2018-10-30T10:34:02+00:00

Psychologische Unfallfolgen eines Verkehrsunfalls, Unfalls, Extremerlebnisses

Unfall, Verkehrsunfall, Unglück, Naturkatastrophe, Extremerlebnis

Nach einem Extremerlebnis, wie es zum Beispiel nach Unfällen, Verkehrsunfällen, Überfällen, Übergriffen, Naturkatastrophen und anderen plötzlichen, kritischen Lebensereignissen (Loveparade) empfunden wird, treten oftmals schwerwiegende Belastungen für den Betroffenen auf.

Die unsichtbare Verletzung

Sichtbare Wunden werden in der Regel umgehend behandelt. Was aber passiert mit der Seele des Betroffenen? Vielfach leidet ein Mensch, der ein extremes Erlebnis durchleben musste, unter Folgeerkrankungen wie Depressionen, Angst und mehr.

Nicht selten ist mangelnde Unterstützung und Ablehnung in Folge eines extremen Erlebnisses Auslöser für die psychischen Beschwerden.

Für alle Beteiligten ist es daher von höchster Wichtigkeit, seelische Wunden frühzeitig zu erkennen und im Bedarfsfall umgehend zu behandeln.

Welche Ereignisse können negative Langzeitfolgen erzeugen?

Wann immer ein Mensch einem Geschehen von außergewöhnlicher körperlicher oder seelischer Bedrohung ausgesetzt ist, besteht die Gefahr der Entwicklung einer PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung).

Viele Betroffene stellen bei sich ungewöhnliche Verhaltensweisen fest. Dazu können schwere Verwirrtheit oder die Angst vor automatisch wiederkehrenden Erinnerungsbildern gehören. Nicht selten zweifeln sie an ihrem Geisteszustand. Tatsächlich aber handelt es sich dabei um eine vollkommen normale Reaktion auf die traumatische Situation, die sie erlebt haben.

Unsere Seele besitzt jedoch, ähnlich wie unser Körper, starke Kräfte zur Selbstheilung. Diese können wir gezielt unterstützen, wenn wir uns mit dem natürlichen Traumaverlauf vertraut machen. Dieser vollzieht sich in drei Phasen:

  • Schockphase
  • Einwirkungsphase des Traumas
  • Erholungsphase

Mehr zum Thema:

Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen aus dem Jahr 2014 – „Psychische Folgen von Verkehrsunfällen“

Studie Bundesanstalt für Straßenwesen 2014

Bezugnehmend dieser Artikel, erschienen in der WELT

DIE WELT – Wenn der Horror nach dem Crash im Kopf weitergeht

Was tun, wenn die Erholungsphase ausbleibt?

Halten die Folgen des Traumas länger als einen Monat an, so tritt häufig ein Zustand ein, der durch folgendes Erscheinungsbild gekennzeichnet ist:

  • Ausgangspunkt ist ein belastendes Ereignis, das in einem Zustand der objektiven oder subjektiven Hilflosigkeit erfahren wurde. Ähnlich können belastende Lebensumstände wirken, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestanden.
  • Wiederkehrende, plötzliche Erinnerungen an das Ereignis, z.B. in Alpträumen oder in sog. „flash-backs“, in „Nachhallerinnerungen“, in denen, wie in einem Horrorfilm, Szenen vom traumatischen Geschehen ständig wiederkehren. Manchmal tauchen auch nur Bruchstücke auf, wie Gerüche, Geräusche oder Körperempfindungen, die mit den Vorfällen anscheinend in keinem Zusammenhang stehen.
  • Vermeiden von allem, was an das Trauma erinnert oder erinnern könnte, so z.B. ängstliches Vermeidung von Zügen und Straßenbahnen, wenn ein Zugunglück das Trauma verursacht hat oder auch schon das Reden über Züge, Straßenbahnen oder andere Verkehrsmittel. Die ängstliche Vermeidungshaltung kann sich mit der Zeit immer weiter ausbreiten.
  • Eine gesteigerte Erregbarkeit und Schreckhaftigkeit. Die Betroffenen können keine Ruhe finden und schrecken zusammen bei allen ungewöhnlichen Vorkommnissen, nicht nur bei solchen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen. Das autonome Nervensystem, das die vitalen Überlebensfunktionen beim Menschen regelt, befindet sich in ständiger Alarmbereitschaft. Es ist, als wenn ein Motor auf Hochtouren läuft, ohne dass ein Weg zurückgelegt wird.